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1817

6.

Wilhelm Waiblinger

Wer hätte je so schwesterlich verbunden Die Kraft der ungesell'gen Elemente In einem einz'gen schönen Stern gefunden? Verklärt schien mir in seinem Glanz die Erde,

Das Irdische verewigt und vergeistigt, Ich wähnte, daß es nie vergehen werde. Des ganzen Himmels Schöne lacht' in blauen, In offnen, undurchdringlich hellen Tiefen,

Nie konnt' ich bis zu ihrem Grunde schauen. Sein Licht, es galt mir mehr als Mond und Sonne, Den Frühling bringen sie, mir brachte jenes Die keuschen Rosen erster Liebeswonne.

Ach denk' ich gar der süßen, heißen Fluthen, Womit der Schmerz, die Wehmuth es gefeuchtet, Fängt mir's im tiefsten Herzen an zu bluten. Genügt dir Eines schon, der Stürme Wehen,

Die Macht des Meers, der Flammen und der Erde, Nur Eins, im Elemente zu vergehen, Dann darf der Sterbliche fürwahr nicht klagen, Der einst sie alle seelenvoll zerflossen

In eines Auges feuchtem Licht ertragen.

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