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1817

12.

Wilhelm Waiblinger

Wenn eures Neids und eurer niedern Ränke, Scheelsücht'ge häm'sche vaterländ'sche Feinde, Zuweilen ich in meinem Lied gedenke, So scheint's, daß euer Haß auch mich verbittre,

Daß jener Sümpfe Dunst, worin ihr röchelt, Selbst meine reine Inselluft durchwittre. Doch ist's nicht so: ich muß die Zeit verfluchen, Da ich gelernt, des Lebens Geist und Würde

In Freiheit ohne Schrank' und Maaß zu suchen, Und jene nun den Furien heil'ge Kette Von Lieb' und Irrthum, Haß, Vertrau'n und Frevel, Die ich einst trug an deiner Richterstätte,

Befleckte Unschuld, oft mit ihrem Kummer, Mit ihrem Fluch und euern Namen kehret Sie wie ein Traum zurück in wildem Schlummer. Ich kämpfe mit den häßlich finstern Bildern,

Ich zürn' und straf', und meines Liedes Weise Beginnt sogleich auch wieder zu verwildern. Doch ich erwach', es fliehen die Gespenster, In einer reinen Welt seh' ich mich wieder,

Der holde Tag lacht schon durchs Blumenfenster: Die frischen Lüfte fühl' ich um mich wehen, Es glänzt das Meer, und in verjüngter Schöne Seh' ich den bessern Geist mir schon erstehen.

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