Skip to content
1772

7. An Miller

Johann Heinrich Voß

Mein allerliebster Miller, Wer hat dich Ton und Triller So silberrein gelehrt, Daß nur auf dich die Schöne,

Und nimmer auf die Töne Des armen Bruders hört? Singst du nur ganz gewöhnlich; Wie zauberst du! Wie sehnlich

Errötet dir das Kind! Sie fängt sich an zu fächeln, Und spricht, mit scheuem Lächeln: Ei! wie Sie lose sind!

Doch wenn der Obotrite Sich noch so sehr bemühte, Ein Mienchen zu erflehn; So spricht das Mädchen schimpfend,

Die kleine Nase rümpfend: Das kann kein Mensch verstehn! O lehre mich Selinden Doch endlich überwinden,

Die unerbittlich ist! Sie soll mit zwanzig Küssen Dich einst bezahlen müssen! Doch wenn du sittsam bist.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
7. An Miller · Johann Heinrich Voß · Poetry Cove