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1720–1796

Die Liebesgötter.

Johann Peter Uz

Cypris, meiner Phyllis gleich, Saß von Grazien umgeben! Denn ich sah ihr frohes Reich; Mich berauschten Cyperns Reben.

Ein geweihter Myrthenwald, Den geheime Schatten schwärzten, War der Göttinn Aufenthalt, Wo die Liebesgötter scherzten.

Viele giengen Paar bey Paar: Andre sungen, die ich kannte, Deren Auge schalkhast war, Und voll schlauer Wollust brannte.

Viele flogen rüstig aus, Mit dem Bogen in der Rechten. Viele waren nicht zu Haus; Weil sie bey Lyäen zechten.

Der voll blöder Unschuld schien, Herrscht auf stillen Schäferauen. Feuerreich, verschwiegen, kühn Sah der Liebling junger Frauen.

Doch, ermüdet hingekrümmt, Schlief der Liebesgott der Ehen: Zu Lyäen hieß, ergrimmt, Venus diesen Schläser gehen.

Unter grüner Büsche Nacht, Unter abgelegnen Sträuchen, Wo so manche Nymphe lacht, Sah ich sie am liebsten schleichen.

Viele flohn mit leichtem Fuß Allen Zwang bethränter Ketten, Flatterten von Kuß zu Kuß Und von Blonden zu Brunetten.

Kleine Götter voller List, Deren Pfeil kein Herz verfehlet, Und vom Necktar trunken ist, Ob er gleich die Thoren quälet:

Bleibt auf meinen Ruf bereit, Meine Jugend froh zu machen! In der Jugend Frühlingszeit Wünsch ich unter euch zu lachen.

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Die Liebesgötter. · Johann Peter Uz · Poetry Cove