Doch Amor lacht bey meinem kühnen Schwur, Und rauscht mit glänzendem Gefieder Vor meiner Leyer hin, und fordert meine Lieder. Es fesselt mich die herrschende Natur
Zu fest an seinen Sieges-Wagen: Wer widerstrebt, verdoppelt seine Plagen. Die Nacht, wer kennt sie nicht, die Freundinn holder Glut?
Verfolgt, wenn alles ruht, Mich mit Erscheinungen und flammenreichen Bildern, Die mir die Liebe reizend schildern. Wer gleichet nicht dem Wuchrer Alfius?
Wie rauscht sein Mund von weisen Sittensprüchen! Die Landlust wird herausgestrichen: Sie ist das höchste Gut, das ieder suchen muß. O heldenmüthiger Entschluß!
Er handelt schon um Wies und Felder; Er kündigt Gelder auf: wie? zeigt sich ein Gewinn? Er wankt und leihet seine Gelder Auf neuen Wucher hin.
So sind wir Menschen miteinander! Wir prahlen, wie die Alexander; Und kommt ein holdes Mädchen, ach! Wer ist nicht schwach?
Wer widersteht erobernden Geberden? Der gestern, wie ein Almanach, Von Eh und Weibern sprach, Kann heute Mann und morgen Hahnrey werden.
Denn ieder schilt und ieder wagt, Was tausenden mislung, was tausend schon beklagt. Die Wollust einer guten Ehe Verdunkelt iedes Gut, verdunkelt alles Wehe
Vor unserm trunknen Blick; Und ieder hofft ein gleiches Glück. Soll, nach des Himmels Rath, ich endlich mich ver- mählen;
So wähl er selbst für mich: kein Sterblicher kann wäh- len, Daß diese Wahl ihm nie gereut. Liebt mich ein gutes Kind mit wahrer Zärtlichkeit;
So hat sie die Vollkommenheit, Die mich entzückt, die ich begehre: Sie ist mir Pallas und Cythere. Das, Freund! ist meine Sittenlehre!
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