Sieh! Opitz steht voran: Sein Geist kennt keine Schranken: Natur ist, was er denkt, und was er schreibt, Gedan- ken:
Er sang, unsterblicher Gesang! Beseelt von einem sanften Feuer, Noch rauh, doch männlich schön, in seine neue Leyer: Da dessen flüchtig Lied, der bis zum Tigris drang,
Oft kühner, öfter schwach erklang. Wie richtig sprach, wie edel dachte Der weise Hofmann an der Spree, Um den, in Blumbergs weichem Klee,
Ein wohlgezogner Satyr lachte! Sieh einen Menschenfreund, um reicher Elbe Strand, Von reger Phantasie entbrannt, Sein irdisches Vergnügen mahlen,
Wo doch der übereilten Hand Manch schwacher Zug entwischt, oft falsche Farben prahlen. Bey Popen steht ein großer Mann,
Der auf der Alpen Lob im Schnee der Alpen sann: Des neuen Ausdrucks Glanz umleuchtet weise Lehren; Und stimmt sein Saitenspiel ein feurig Straflied an, Wer wird nicht seinen Schwung, den edlen Schwung
verehren, Und harte Töne gern verhören? Mit ihm schwingt am entfernten Belt Ein angenehmer Geist sein glänzendes Gefieder:
Nie fliegt er bis zum Pöbel nieder: Er unterrichtet, er gefällt Dem Weisen, wie der großen Welt Jm feinen Scherz der schönsten Lieder
Und im Johann, dem Seifensieder. Auch dieser junge Greis, der aller Freude Feind, Umwölkt mit kranker Schwermuth, scheint, Hat mit so heitrem Witz erzehlet,
Daß, wenn die Fabel spricht, sie seine Sprache wäh- let. Doch, ach! Melpomene beweint Dich, welcher im Canut ihr Thränen einst entrissen:
Sie selbst hat ihren jungen Freund In Marmor aufgestellt, bethränt mit ihren Küssen. Dem, dessen sanfter Schäfer-Ton Die feinste Schalkheit deckt, da seine leichten Saiten
Selbst mit Fontainens Leyer streiten; Und deinem alten Freund, Berlins Anakreon, Den alle Grazien begleiten, Lässt Amor ihren Ort beym Tejer zubereiten.
An seiner Seite wird noch einem seiner Art, Dem Vater holder Kleinigkeiten, Ein ehrenvoller Platz bewahrt.
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