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1758

An Chloen

Johann Peter Uz

Ich merke, wann sich Chloe zeiget, Daß nun mein Auge nicht mehr schweiget; Daß Suada nach den Lippen flieget Und glühend roth im Antlitz sieget;

Daß alles sich an mir verjüngt, Wie Blumen, die der Thau durchdringt. Ich seh auf sie mit bangem Sehnen, Und kann den Blick nicht weggewöhnen:

Die Anmuth, die im Auge wachet Und um die jungen Wangen lachet, Zieht meinen weggewichnen Blick Mit güldnen Banden stets zurück.

Da strömt mein Blut mit schnellen Güssen; Ich brenn', ich zittre, sie zu küssen; Die Glut verstirbt in meinen Blicken Und Ungedult will mich ersticken,

Indem ich immer Sehnsucht voll Sie sehn und nicht umarmen soll.

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