Skip to content
1720–1796

An Chloen.

Johann Peter Uz

O Chloe! höre du Der neuen Laute zu, Die jüngst, bey stiller Nacht, Mir Cypripor gebracht.

Nimm diese, war sein Wort, Statt jener Stolzen dort! Die buhlt so lange schon Um Pindars hohen Ton:

Doch da sie Siegern fröhnt, Wird sie und du verhöhnt. Thu, wie der tejer Greis, Der keines Helden Preis

In seine Leyer sang, Die nur von Liebe klang. Er sang voll Weins und Lust Und an der Mädchen Brust.

Da sann er auf ein Lied, Das noch die Herzen zieht: Das machten ihm alsdenn Ich und die Grazien.

Verfolge seine Spur; Er folgte der Natur. Du sollst bey Lieb und Wein, Wie er, mein Dichter seyn.

Lyäen kennst du schon; Doch nicht Cytherens Sohn. Dir mache, wer ich bin, Die schöne Nachbarinn

Und meine schnelle Hand Durch diesen Pfeil bekannt. Kaum sprach der Bube so, So schoß er und entfloh;

So fühlte schon mein Herz Noch ungefühlten Schmerz; So sah ich voll Begier, O Chloe! nur nach dir.

Nun siege wer da will! Mein neues Saitenspiel Soll nur dem frohen Wein Und Chloen heilig seyn.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
An Chloen. · Johann Peter Uz · Poetry Cove