Skip to content
1787–1862

Vermächtniß .

Ludwig Uhland

Ein Sänger in den frommen Rittertagen, Ein kühner Streiter in dem heil’gen Lande, Durchbohrt von Pfeilen, lag er auf dem Sande, Doch konnt’ er dies noch seinem Diener sagen:

„verschleuß mein Herz, wann es nun ausgeschlagen, In jener Urne, die vom Heimathstrande Ich hergebracht mit manchem Liebespfande! Drin sollt du es zu meiner Herrin tragen!“ —

So ich, Geliebte! der nur dich gefeiert, Verblute, fern von dir, in Liebesschmerzen, Schon decket meine Wangen Todesblässe. Wann deinen Sänger Grabesnacht umschleiert,

Empfange du das treuste aller Herzen In des Sonettes goldenem Gefässe!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Vermächtniß . · Ludwig Uhland · Poetry Cove