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1787–1862

Normännischer Brauch .

Ludwig Uhland

Wohl sitzt am Meeresstrande Ein zartes Jungfräulein, Sie angelt manche Stunde, Kein Fischlein beißt ihr ein.

Sie hat ’nen Ring am Finger Mit rothem Edelstein, Den bindt sie an die Angel, Wirft ihn in’s Meer hinein.

Da hebt sich aus der Tiefe ’ne Hand, wie Elfenbein, Die läßt am Finger blinken Das goldne Ringelein.

Da hebt sich aus dem Grunde Ein Ritter, jung und fein, Er prangt in goldnen Schuppen Und spielt im Sonnenschein.

Das Mägdlein spricht erschrocken: „nein, edler Ritter, nein! Laß du mein Ringlein golden! Gar nicht begehrt’ ich dein.“

„man angelt nicht nach Fischen Mit Gold und Edelstein, Das Ringlein lass’ ich nimmer, Mein eigen mußt du seyn.“

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