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1787–1862

Graf Eberhards Weißdorn .

Ludwig Uhland

Graf Eberhard im Bart Vom Würtemberger Land, Er kam auf frommer Fahrt Zu Palästina’s Strand.

Daselbst er einsmals ritt Durch einen frischen Wald. Ein grünes Reis er schnitt Von einem Weißdorn bald.

Er steckt’ es mit Bedacht Auf seinen Eisenhut. Er trug es in der Schlacht Und über Meeres Flut.

Und als er war daheim, Er’s in die Erde steckt, Wo bald manch neuen Keim Der milde Frühling weckt.

Der Graf, getreu und gut, Besucht’ es jedes Jahr, Erfreute dran den Muth, Wie es gewachsen war.

Der Herr war alt und laß, Das Reislein war ein Baum, Darunter oftmals saß Der Greis in tiefem Traum.

Die Wölbung, hoch und breit, Mit sanftem Rauschen mahnt Ihn an die alte Zeit Und an das ferne Land.

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