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1824

Die Glockenhöhle

Ludwig Uhland

Ich weiß mir eine Grotte, Gewölbt mit Bergkristalle, Die ist von einem Gotte Begabt mit seltnem Halle:

Was jemand sprach, was jemand sang, Das wird in ihr zu Glockenklang. Dort tauschen zwei Beglückte, Bewegt von gleichem Triebe,

Was längst die Herzen drückte, Das erste Ja der Liebe; Ein leises Glöcklein stimmt so rein Zu einem lautern, vollern ein.

Dort lassen lust'ge Zecher Sich auf der Felsbank nieder, Sie schwingen volle Becher Und singen trunkne Lieder;

Nie klang die Grotte so wie heut Von Feuerlärm und Sturmgeläut. Zween Männer, ernst und sinnig, Vereint durch heil'ge Bande,

Sie reden dort so innig Vom deutschen Vaterlande; Da tönt die tiefste Kluft entlang Ein dumpfer Grabesglockenklang.

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