Skip to content
1824

8.

Ludwig Uhland

Der König und die Königin, Sie stehen auf dem Throne, Da glüht der Thron wie Morgenrot, Wie steigende Sonn die Krone.

Viel stolze Ritter stehn umher, Die Schwerter in den Händen, Sie können ihre Augen nicht Vom lichten Throne wenden.

Ein alter, blinder Sänger steht, An seiner Harf gelehnet, Er fühlet, daß die Zeit erschien, Die er so lang ersehnet.

Und plötzlich springt vom hohen Glanz Der Augen finstre Hülle. Er schaut hinauf und wird nicht satt Der Herrlichkeit und Fülle.

Er greifet in sein Saitenspiel, Das ist gar hell erklungen, Er hat in Licht und Seligkeit Sein Schwanenlied gesungen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
8. · Ludwig Uhland · Poetry Cove