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1811

5. Nachtreise

Ludwig Uhland

Ich reit ins finstre Land hinein, Nicht Mond noch Sterne geben Schein, Die kalten Winde tosen. Oft hab ich diesen Weg gemacht,

Wann goldner Sonnenschein gelacht Bei lauer Lüfte Kosen. Ich reit am finstern Garten hin, Die dürren Bäume sausen drin,

Die welken Blätter fallen. Hier pflegt ich in der Rosenzeit, Wann alles sich der Liebe weiht, Mit meinem Lieb zu wallen.

Erloschen ist der Sonne Strahl, Verwelkt die Rosen allzumal, Mein Lieb zu Grab getragen. Ich reit ins finstre Land hinein

Im Wintersturm, ohn allen Schein, Den Mantel umgeschlagen.

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