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1912

Schöner Herbst

Kurt Tucholsky

Das ist ein sündhaft blauer Tag! Die Luft ist klar und kalt und windig, weiß Gott: ein Vormittag, so find ich, wie man ihn oft erleben mag.

Das ist ein sündhaft blauer Tag! Jetzt schlägt das Meer mit voller Welle gewiß an eben diese Stelle, wo dunnemals der Kurgast lag.

Ich hocke in der großen Stadt: und siehe, durchs Mansardenfenster bedräuen mich die Luftgespenster . . . Und ich bin müde, satt und matt.

Dumpf stöhnend lieg ich auf dem Bett. Am Strand war es im Herbst viel schöner . . . Ein Stimmungsbild, zwei Fölljetöner und eine alte Operett!

Wenn ich nun aber nicht mehr mag! Schon kratzt die Feder auf dem Bogen – das Geld hat manches schon verbogen . . . Das ist ein sündhaft blauer Tag!

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