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1912

Saisonbeginn

Kurt Tucholsky

Nun schnüren sich die Musen in ihr Mieder. Auf neu gebügelt wird der Kintop-Beau. Sogar den alten Holzbock kitzelts wieder – Rideau!

Rideau! Es tauchen auf die ältsten braven Possen. Vor jeder Bude gibts ein Mordsgeschrei. Der Kritiker bei Ullstein, Scherl und Mossen

spitzt Ohr und Blei. L. Fulda und der Knabe Hasenschiller, sie schreiben monatlich ein neues Stück; schon sitzen beide je in einer Villa –

ein Glück! ein Glück! Beim Kino rast die Hausse in den Kassen. Ich hoff, wenns wieder mal im Lande kracht, daß die Regie bei den Verschwörermassen

Herr Lubitsch macht. Schon steht der Inspizient an den Kulissen. Die Orska bibbert: „Gredchen lahst mich sain!“ Die Rolle nimmt sich doch als fetten Bissen

das Pfräulein Pfein. Thalia tingelt froh in jeder Scheune. Ihr lieben Leute des Theaterbaus! Gemach, gemach! Und denkt stets dran: Nach neune

ist alles aus . . . !

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