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1912

Rosen auf den Weg gestreut

Kurt Tucholsky

Ihr müßt sie lieb und nett behandeln, erschreckt sie nicht – sie sind so zart! Ihr müßt mit Palmen sie umwandeln, getreulich ihrer Eigenart!

Pfeift euerm Hunde, wenn er kläfft –: Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft! Wenn sie in ihren Sälen hetzen, sagt: „Ja und Amen – aber gern!

Hier habt ihr mich – schlagt mich in Fetzen!“ Und prügeln sie, so lobt den Herrn. Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft! Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft.

Und schießen sie –: du lieber Himmel, schätzt ihr das Leben so hoch ein? Das ist ein Pazifisten-Fimmel! Wer möchte nicht gern Opfer sein?

Nennt sie: die süßen Schnuckerchen, gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen . . . Und verspürt ihr auch in euerm Bauch

den Hitler-Dolch, tief, bis zum Heft –: Küßt die Faschisten, küßt die Faschisten, küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft –!

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