Skip to content
1912

Revue

Kurt Tucholsky

Die Weiblichkeit laß ich vorüberrauschen, Hilfsdienstmutwillige, Mädchen aus dem Land – dem Schlagen eines Herzens will ich lauschen – gib mir die Hand!

Ja, aber wer? In diesen Menschenwogen schwimmt Tinchen, klein und blond, hin und zurück; zwei linke Beine, zart und sanft gebogen – ist das das Glück?

Wie ists mit der? Gott Eros schwingt die Fackel, die Stangen des Korsettes krachen leis, die kurzen Finger ziehn an einem Dackel – ein Traum in Weiß,

Und du? in schwärzlich finstrer Reife, die Schatten dunkler Stunden im Gesicht? Es gibt noch Menschen, die besitzen Seife – du hamsterst nicht.

Ich denk an die gnädige Frau. In Terzen pfeif ich vergnügt: Mimi! von diesen Kindern keins. Mein Wappenspruch, du Wort nach meinem Herzen:

Jeder seins!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Revue · Kurt Tucholsky · Poetry Cove