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1912

Merkt ihr nischt –?

Kurt Tucholsky

Eine ganze Industrie schluckt die dicken Gelder, treibt die Preise hoch – denn sie hat die Kohlenfelder.

Sie kann schröpfen und sie schröpft euch, die Konsumenten; von dem Geld, euch abgeknöpft, zahlt sie die Agenten . . .

Presse, Kinos, süß gemischt – Merkt ihr nischt? Käseblätter schelten brav auf die Republike.

Und es tapst das deutsche Schaf nach der Preßmusike. Weil der Bauer profitiert von den Feldgewächsen:

loben Filme – wie geschmiert! – Fridericus Rexn. Warum wird das aufgetischt? Merkt ihr nischt –?

Was mit offnen Mäulern prahlt: „Wir – wir sind die Stärkern!“ Das ist alles bar bezahlt – und von euern Märkern!

Vorn der Militärsoldat und die Ideale – hinten steht ein Syndikat: Zahle, Dummkopf, zahle!

Von der Welt könnt ihr nichts wissen. Ach, wie seid ihr angelogen! Und sie zahlen blutige Zinsen. Und die Bauernfänger grinsen,

weil ihr alldeutsch aufgefrischt . . . Merkt ihr nischt –?

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