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1912

Memento

Kurt Tucholsky

Uns Junge hat es umgerissen – wir stehen draußen so im Feld, wir glaubten schon, zu halten und zu wissen – und da versank die ganze Welt.

„Die Welt ist falsch!“ Sie ist doch kein Exempel, wozu der Lehrer seine Lösung hat – sie ist real und warf uns alle Tempel und, was wir lieb gehabt, um – wie ein Kartenblatt.

Ihr mahnt den Jüngling, tapfer durchzuhalten. Gewiß, das scheint ja seine Pflicht – doch was da in ihm war vom guten, alten, das gibts in Zukunft alles nicht?

Der neue Wert, die neue Stufenleiter, der oben und der unten – seltsam Spiel: Hier gilt die Faust, der Säbel und der Reiter – das was wir ehren, gilt nicht viel.

Muß das so sein? So darfs nicht bis zur Neige, nicht bis zum Ende gehn. Wir bleiben rein. Wir halten durch – es scheint mir gar nicht feige: Soldat und doch ein Bürger sein!

Sprecht euerm Jungen von der Kriegertugend, doch davon auch, wenn hart der Panzer klirrt: Daß er den Träumen seiner Jugend soll Achtung tragen, wenn er Mann sein wird!

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