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1912

Kritik

Kurt Tucholsky

Da oben spielen sie ein schweres Drama mit Weltanschauung, Kampf von Herz und Pflicht: Susannen attackiert ein ganz infama Patron und läßt sie nicht.

Ich sitze im Parkett und zück den Faber und schreibe auf, ob alles richtig sei; Exposition, geschürzter Knoten – aber ich denk mir nichts dabei.

Mein Herz weilt fromm bei jenem lieben Kinde, das lächelnd eine Kindermagd agiert: ich streichle ihr im Geiste sehr gelinde, was sie so lieblich ziert,

Nun sieh mal einer diese süßen Pfoten, dies Seidenhaar mit einem Häubchen drauf – es gibt da sicher manch geschürzten Knoten: ich löst ihn gerne auf.

Wer sagte da, daß ich nicht sachlich bliebe? (Nu sieh mal einer dieses schlanke Bein!) Begeisterung, Freude am Beruf und ‚Liebe‘ –: So soll es sein!

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