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1912

Kino

Kurt Tucholsky

Wird Gustav, der Kommis, entlassen? Seit einer halben Stunde weiß ichs nicht . . . Die greise Mutter löffelt, was sie kriegt, aus dicken Untertassen.

Nun kommt der Chef! Mit schultern Bartkoteletten und einem Mimenmund und uhrgeschmücktem Bauch . . . Dumpf buchstabiert das Publikum: „Nee – ü-ber – Ihnen – a-ber – auch . . . “ Da gibt es nichts zu retten.

Hier stehen Mutter, Tochter, Hund und Chef und seine Leiche! Nun aber steigt auf einer Geige jählings himmelan ein Lauf, der seinerseits im Baß begann . . . Die nächste Nummer: „Jacob auf der Eiche.“

Humor! Man lacht! Wes Auge blieb da trocken?! Die Hose – denken Sie – zer – hi – zerriß! Vergessen ist die Tränenkümmemis und jene Totenglocken . . .

Doch jetzt erblick ich einen Fürsten oben, der weiht mit seinem Helmbusch etwas ein – ja, sollt dies wirklich Herzog Albrecht sein? Und kurz und gut: Hier fühl ich mich erhoben!

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