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1912

Iste Goethe

Kurt Tucholsky

So stand ich nun. Der Stern des nächsten Schildes berief mich hin, die Wohnung schien erträglich. Ein Mädchen kam, des seltensten Gebildes, das Licht erleuchtend. Mir ward gleich behäglich.

Hausflur und Treppe sah ich als ein Mildes, die Zimmerchen erfreuten mich unsäglich. Den Stuhl umwerfend spring ich auf und fasse das schöne Kind; sie lispelt: „Lasse, lasse!“

Vervielfacht war, was sich für sie bewegte: Verstand und Witz und alle Lebensgeister Er schaudert weg, vorsichtig, leise, leise entzieht er sich dem holden Zauberkreise.

Sitzt, schreibt: Ich nahte mich der heimischen Pforte, entfernen wollten mich die letzten Stunden. Da hab ich nun, am sonderbarsten Orte,

mein treues Herz aufs neue dir verbunden. Zum Schlusse findest du geheime Worte: Die Krankheit erst bewähret den Gesunden, Dies Büchlein soll dir manches Gute zeigen,

das Beste nur muß ich zuletzt verschweigen. Und weil zuletzt bei jeder Dichtungsweise Moralien uns ernstlich fördern sollen, so will auch ich in so beliebtem Gleise

euch gern bekennen, was die Verse wollen: Wir stolpern wohl auf unsrer Lebensreise, und doch vermögen in der Welt, der tollen, zwei Hebel viel aufs irdische Getriebe:

Sehr viel die Pflicht, unendlich mehr die Liebe!

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