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1912

Gestoßener Seufzer

Kurt Tucholsky

Kreuzt mir die Lustjacht in der Badewanne? Knirscht mir das Auto auf dem gelben Kies? Bräunt mir das Roßbüff in der Kupferpfanne? Blitzt mir am Hemd der Diamant-Türkis?

Hin hauch ich einen Seufzer des Verzichts: ich brings zu nichts. Ich weiß nicht, was das ist und wie ichs treibe . . . Ich spare manchen vordatierten Scheck.

Und dann naht Lottchen mit dem Lotterleibe, und dann ist alles wieder weg. Infolge ihres Liebesunterrichts . . . Ich brings zu nichts.

Die andern häufen so Vermögen auf Vermögen. Die andern wandeln durch das Goldportal. Ich aber kann mir nichts nach hinten legen; ich hab noch nie – und möchte auch einmal.

Der Reichtum ist der Lohn des Bösewichts. Ich brings zu nichts. So lern doch endlich von den andern Knaben die einzig brauchbare Philosophie:

Es g'nügt nicht nur, Verhältnisse zu haben – sie leben alle über sie. Trink aus der Nachbarin Champagnerglas! Bleib schuldig Miete, Liebe, Arzt und Gas!

Bezahl den Apfel – friß die Ananas! Wer also handelt, bringts zu was.

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