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1912

Don't gish me –!

Kurt Tucholsky

„Sieh mich nicht so an – ich kann es nicht ertragen! Sieh mich nicht so an – mit so viel Schmalz und Schmerz!

Sieh mich nicht so an – sonst muß ich sagen: Schmeißt ihn raus – er zerreißt mirs Herz –!“

Wenn die Amerikanerin an einen Mann gerät, an einen richtigen Mann; wenn er für sie nicht jede Kiste dreht, weil er nicht will, weil er nicht kann . . .

dann schlägt sie wie die Gish die Augen auf, feucht, in der Großaufnahme – und protzt erfreut mit ihrem Bauch aus Zelluloid

und ist ein Drittel Kind, ein Drittel Luder und ein Drittel Dame . . . „Sieh mich nicht so an – ich kann es nicht ertragen! Plüsch ist in deinem Aug'

– und so viel Gish und Schmerz! Trifft mich dein krummbeiniger Blick – so muß ich sagen: Schmeißt sie raus

– sie zerreißt mirs Herz –!“ Hat der Germane die Partie verloren in Fußball oder Politik –: dann übermannt ihn das Gefühl bis über beide Ohren,

dann ist er fromm und philosophisch (mit Musik). Gehts gut, schlägt er des Gegners Augen auf; gehts schief, dann wird gesungen ein doitsches Lied,

weil das ja immer zieht – er ist ein Drittel Held, ein Drittel Kellner und ein Drittel Nibelungen . . . „Sieh mich nicht so an – ich kann es nicht ertragen!

so mit dem treuen Blick von unten rauf – und mit dem Wackelsterz! Ich kenn dich noch aus alten, bösen Tagen – die Hand in der Bilanz – das Auge himmelwärts!

Und ist das Ausland klug, so wird es sagen: Schmeißt ihn raus – er bricht mirs Herz –!“ Nur ungern nimmt der Handelsmann statt baren Geldes Breitscheid an.

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