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1912

Die Objektiven

Kurt Tucholsky

Wenn so fünf Männer Sonnabend abends um einen runden Tisch herum den Bierskat kloppen – und sie habens auch niemals über (wegen dumm) –;

wenn sie von Politike brummeln, im Maule die Zigarrenstummel, von Hindenburg und Ludendorffen, und wie wir fast Paris geworfen,

vom Präsidenten in der Stadt, der keinen Bohrt wie Wilhelm hat; wenn sie so zwischen As und Trümpfen – („Wer jibt?“) – auf Kommunisten schimpfen –

die Welt ist eine Kinderfibel, das Morgenblatt ist ihre Bibel –; wenn Lehmann ansagt: „Knautschke hats!“ –: Das nennt man einen Stammtischschwatz.

Doch wenn fünf Männer in Talaren an einem langen Sitzungstisch ein Menschenkind da im Verfahren verknacken frisch und künstlerisch –

was sie als Studios schon forcierten, geführt von ihren Erstchargierten; was sie als Referendare lernten: den Glauben an die reich Besternten;

was der Assessor, scheu geduckt, dem Staatsanwalte abgeguckt – wenn diese fünf bei den Prozessen ihr ganzes Leben glatt vergessen,

weil Orgeschmann und Sozialist für das Gericht dasselbe ist! wenn da was fällt wie'n Donnerkeil –: Das nennt man ein Gerichtsurteil.

Justitia! Ich wein bitterlich: Du gehst auf einen langen –––––––

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