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1912

Aussperrung

Kurt Tucholsky

Hier stehn wir in dem Garten und warten, warten, warten, Vater kommt nicht. Bei Krauses wird gleich geschlossen;

er ist bei den Genossen . . . Vater ist ausgesperrt. Durchs Rheinland zieht es brausend – sie haben Zweihunderttausend

aus den Fabriken gezerrt. Wir stehen hier und darben; es blühn die IG-Farben – Vater ist ausgesperrt.

Wir sind dazu da, um später an Stelle unserer Väter an den gleichen Schraubstock zu gehn. Großmutter, sag es den Kleinen:

sie sollen vor Hunger nicht weinen, sie sollen gerade stehn –! Mit Vater und dem ganzen Chor: Brüder!

Zum Licht, zur Freiheit empor –!

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