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1912

Abend

Kurt Tucholsky

Jetzt ziehen zwanzig Männer die Unterhosen aus. Gute Nacht, Marie – ein Kenner von Pechstein sitzt zu Haus

und schreibt auf lange Bogen von wegen: ‚steht im Raum‘; sein Bett wird frisch bezogen. Sie ruft – er hört es kaum.

Verleger ruft: „Ich fahre!“ und steigt ins Auto schlicht. Bezahlte er Honorare, dann hätte er das nicht.

Jetzt sagt Charlotte grade: „Liebst du mich wegen so?“ Er streichelt ihre Wade und klopft sie . . .

Zu Bette geht ein Dichter, die Nachttischtür macht: schnapp. Sogar der deutsche Richter montiert die Würde ab.

Und morgen wieder: Treten von Armen und Verdrehten – lohnt sich das Ganze? Nein.

Lieber Gott, hör du mein Beten: Laß ewig Abend sein!

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