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1900

Vorhölle

Georg Trakl

An herbstlichen Mauern, es suchen Schatten dort Am Hügel das tönende Gold Weidende Abendwolken In der Ruh verdorrter Platanen.

Dunklere Tränen odmet diese Zeit, Verdammnis, da des Träumers Herz Überfließt von purpurner Abendröte, Der Schwermut der rauchenden Stadt;

Dem Schreitenden nachweht goldene Kühle Dem Fremdling, vom Friedhof, Als folgte im Schatten ein zarter Leichnam Leise läutet der steinerne Bau;

Der Garten der Waisen, das dunkle Spital, Ein rotes Schiff am Kanal. Träumend steigen und sinken im Dunkel Verwesende Menschen

Und aus schwärzlichen Toren Treten Engel mit kalten Stirnen hervor; Bläue, die Todesklagen der Mütter. Es rollt durch ihr langes Haar,

Ein feuriges Rad, der runde Tag Der Erde Qual ohne Ende. In kühlen Zimmern ohne Sinn Modert Gerät, mit knöchernen Händen

Tastet im Blau nach Märchen Unheilige Kindheit, Benagt die fette Ratte Tür und Truh, Ein Herz

Erstarrt in schneeiger Stille. Nachhallen die purpurnen Flüche Des Hungers in faulendem Dunkel, Die schwarzen Schwerter der Lüge,

Als schlüge zusammen ein ehernes Tor.

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