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1900

3

Georg Trakl

Rosige Osterglocke im Grabgewölbe der Nacht Und die Silberstimmen der Sterne, Daß in Schauern ein dunkler Wahnsinn von der Stirne des Schläfers sank. O wie stille ein Gang den blauen Fluß hinab

Vergessenes sinnend, da im grünen Geäst Die Drossel ein Fremdes in den Untergang rief. Oder wenn er an der knöchernen Hand des Greisen Abends vor die verfallene Mauer der Stadt ging

Und jener in schwarzem Mantel ein rosiges Kindlein trug, Im Schatten des Nußbaums der Geist des Bösen erschien. Tasten über die grünen Stufen des Sommers. O wie leise Verfiel der Garten in der braunen Stille des Herbstes,

Duft und Schwermut des alten Hollunders, Da in Sebastians Schatten die Silberstimme des Engels erstarb.

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