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1900

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Georg Trakl

Frieden der Seele. Einsamer Winterabend, Die dunklen Gestalten der Hirten am alten Weiher; Kindlein in der Hütte von Stroh; o wie leise Sank in schwarzem Fieber das Antlitz hin

Heilige Nacht. Oder wenn er an der harten Hand des Vaters Stille den finstern Kalvarienberg hinanstieg Und in dämmernden Felsennischen

Die blaue Gestalt des Menschen durch seine Legende ging, Aus der Wunde unter dem Herzen purpurn das Blut rann. O wie leise stand in dunkler Seele das Kreuz auf. Liebe; da in schwarzen Winkeln der Schnee schmolz,

Ein blaues Lüftchen sich heiter im alten Hollunder fing, In dem Schattengewölbe des Nußbaums; Und dem Knaben leise sein rosiger Engel erschien. Freude; da in kühlen Zimmern eine Abendsonate erklang,

Im braunen Holzgebälk Ein blauer Falter aus der silbernen Puppe kroch. O die Nähe des Todes. In steinerner Mauer Neigte sich ein gelbes Haupt, schweigend das Kind,

Da in jenem März der Mond verfiel.

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