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1813

Verona

Ludwig Tieck

Seid mir gegrüßt, du alte Veste, Du schönes Land, ihr lieben Hügel, Du schöner Strom, Und all ihr zarten Erinnerungen,

Die wie frohe Kinder, mahnend, neckend, Sinnig lächelnd um mich gaukeln, Mir dies und jenes zeigen: Den alten Dom,

Der Scaliger Grabmal, Das weite Theater, Der zärtlichen Julie Begräbniß, Vor allen aber die Spuren

Des alten Helden Dietrich's von Bern. Ja, ich wähne die hohe Gestalt Dort oben bei den alten Zinnen zu schauen,

Mir ist, ich seh die Heldenschule, Die ihn kräftig, trotzig, muthwillig umringt, Ihn Bruder, Vater, Lehrer, Fürst und Musterbild begrüßt. Der greise Hildebrand

Ergeht sich im trostreichen Gespräch Mit Wolfart und Dietlieb. Die hohe Pracht der Niebelungen Steigt verklärt aus den Wolken herab,

Und wie die Helden wieder schwinden, Der holde Wahnsinnstraum Dem Begeisterten entfleugt, Klingen doch die vollen Töne,

Jenes alten deutschen Liedes, Jener Starkmuth, die Lebenskraft Nach im Ohr, und mir wird schwer Die Thräne rückzuhalten.

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