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1813

Trauer

Ludwig Tieck

Wie rauschen die Bäume So winterlich schon; Es fliegen die Träume Der Liebe davon!

Und über Gefilde Ziehn Wolkengebilde, Die Berge stehn kahl, Es schneidet ein Regen

Dem Wandrer entgegen, Der Mond sieht in's Thal, Ein Klagelied schallt Aus Dämm'rung und Wald;

Es verwehten die Winde Den treulosen Schwur, Wie Blitze geschwinde Verschüttet vom Glück sich die goldene Spur;

O dunkles Menschenleben, Muß jeder Traum einst niederschweben? Rosen und Nelken Bekränzen das Haupt,

Und ach! sie verwelken, Der Baum steht entlaubt; Der Frühling, er scheidet Macht Winter zum Herrn,

Die Liebe vermeidet Und fliehet so fern. – Verworrenes Leben, Was ist dir gegeben? –

Erinnern und Hoffen Zur Qual und zur Lust – Ach! ihnen bleibt offen Die zitternde Brust.

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