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1813

Rosen

Ludwig Tieck

Bist du kommen, um zu lieben, So nimm unsre Blühte wahr, Wir sind röthend stehn geblieben, Prangen in dem Frühlingsjahr.

Als ein Zeichen find die Büsche Mit den Rosen überstreut, Daß die Liebe sich erfrische, Ewig jung sich stets erneut.

Wir sind Lippen, rothe Küsse, Rother Wangen sanfte Gluth, Wir bedeuten Liebesmuth, Wir bezeichnen, wie so süsse

Herz und Herz zusammenneigt, Liebesgunst aus Lippen steigt. Küsse sind verschönte Rosen Der Geliebten Blüthezeit,

Und ihr süßes süßes Kosen Ist der Wünsche schön Geleit, Wie die Rose Kuß bedeut't, So bedeut't der edle Kuß

Selbst der Liebe herrlichsten Genuß. Liebe ist es, die die Röthe Allewege angefacht, Liebend kommt die Morgenröthe

Roth steigt nieder jede Nacht: Rosen sind verschämte Röthe, Sind die Ahndung, sind der Kuß: In Granaten flammt die Röthe

Brennt in Purpurs voller Pracht, Deuten uns den innigsten Genuß.

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