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1813

Orvieto

Ludwig Tieck

Auf steinigem Wege Ist der Wagen gebrochen, Und müd' und ermattet Wandern wir den Fels hinauf

In der glühenden Hitze. Endlich – was brennt da droben über dem dunkeln Wald? – Es ist der Wunderdom Mit Bild und goldner Mosaik geschmückt.

So leuchtet ein Goldpokal freundlich Dem dürstenden Zecher entgegen, Und sein Auge trinkt schon vor der Zunge. Nein, nicht dir allein

Frommer Johann von Fiesole, Oder dir, hoher Signorelli, wird hier gehuldigt. Ei, wie mundet hier der leichte, liebliche Wein, Den ich in Rom fast verschmäht,

Mit dem Genuß wächst das Verständniß. So hat doch jedes Wort und jeder schöne Vers Im Gedicht des Lebens Die rechte Stelle, wo sie verstanden werden.

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