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1813

Mittag

Ludwig Tieck

Ich soll sie sehn! Faß' ich die Wonne? O goldne Sonne! Ich soll sie sehn!

Wo sind sie, die Quellen? Die Wälder verschwunden. Wo sind sie, die Höhn? Es lachen die hellen

Liebäugelnden Stunden: Du wirst sie sehn. – Wie fremde Gestalten Durchwandern die Gassen!

Wie rauschen die Brunnen! – Ich kann mich nicht fassen, Mein fliegender Blick Durchwandert die Gassen,

Durchspäht die Gestalten, Und suchet mein Glück. Am Fenster, was siehst du? Es flimmert der Schein.

O Bildniß, entfliehst du? Kannst du es wohl seyn? O seid mir gegrüsset, ihr Wolken fliehend! Gegrüßt ihr Fremdlings-Häuser!

Ihr Tauben flatternd! ihr Blumen blühend! Waldrauschen du vom Berg hernieder! Ich denk' es inniger, sprech' es leiser, Das ganze Herz tönt es wieder:

Ich soll sie sehn!

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