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1813

Marktplatz

Ludwig Tieck

So seh' ich dich, du altes Haus, In dem Saal und Zimmer und Hof Ja jeder Stein Uns Geschichte lehrt:

Du alter Pallast, Zeuge so vieler Thaten, So vieler Gräuel, In dessem Zirk

Die edlen Bürger, Die feinen Fürsten Gewandelt und gesprochen. Und Buonarotti's Werk

Mit Bandinellis Riesen Hält draussen Wacht: Dort in der Halle Prahlet der Perseus

Des wunderlichen Abentheurers, Des Fechters und Künstlers, Benvenuto Cellini. Die vielbewandelte Gasse,

An San Michel del Orto vorüber Führt mich zum weltberühmten Dom, Des Brunelleschi Denkmal. Dort die erznen Thore

Wundervoller Kunst. In welcher Gasse, Vor welchem Kloster, In welcher Villa

Ist es stumm, Daß nicht laut die Kunst Mit allen Stimmen riefe? Wohin ich blicke

Tritt die Erinnrung auf mich zu Holden und ernsten Angesichts. Und wie ich den Kreis Der Thaten und Männer,

Der geliebten Künstler Sinnend überschaue, Reiht sich der große Dante Dem Zuge an,

Und alle blicken voll Ehrfurcht Auf den greisen Alten, Der alle belehrte, Der sie alle entzückte,

Und die Begeistrung vom Himmel rief, In Beatrice's Gestalt zu wandeln.

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