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1813

Inspruck

Ludwig Tieck

Neugestärkt bin ich wach. Folgen mir der Kindheit Träume nach? Drüben dort das goldne Dach. Zwar nur klein, doch spiegelnd blank.

Alte Bilder in der Halle, Die der Regen schon verlöscht. Dein gedenk' ich hier mit neuer Liebe, Maximilian, edler, deutscher Mann,

Tugendhafter Kaiser, frommer Sinn, Und dein Jugendleben, Dein Scherzen mit Gefahr und Tod, Malt sich lebendig an allen diesen Felsenmauern.

Wer kennt in deutscher Zunge Die schöne Mähr nicht von der Martinswand? Hier ist es mir vergönnt In treuer deutscher Kunst

Dein Grabmal anzuschaun. Mit süßem Schmerz besuch' ich dort Das Bild der Welserinn, Und mit staunender Freude

Alle die erznen großen Gestalten. Ja, dies ist ein heilger Dom Von alten Landessagen, Und an der Religion Heiligkeit

Lehnt sich vertraut die Geschichte, Des Volkes Liebe, der Vorzeit Herrlichkeit, Und Lust wie Schmerz des Lebens.

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