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1813

Heimweh

Ludwig Tieck

Oft schon klang ein Ton herüber, Als wenn er jenseit der nördlichen Berge käme, Und müde mich und liebevoll grüßte, Und ich dachte der Heimath

Innig zwar doch ohne Schmerz. Hör' ich auf den Gassen Im Volksgedräng' ein deutsches Wort, So faßt es mein Herz mit Rührung an;

Doch es wandelt vorüber Und läßt den heitern Geist mir frei. Aber heut' am frühen Morgen Wacht' ich auf aus schweren Träumen,

Alle Lieben sah' ich trauernd, Mein Kindchen sprach in süßen Tönen Und rief nach mir, – Da weint' ich heftig,

Ein mächtiger Schmerz ergriff mein Herz Und drückt' und preßt' es Als sollt' es zerbrechen, Ein Schwindel ergriff mich,

Mein Leben zerrann, Nichts war Wirklichkeit mehr um mich her, Alles zerfloß in Tod, Nur fern stand das Leben –

Da wußt' ich, was Heimweh sei, Da fühlt' ich, wie der Sohn der Alpen Sterben könne in der Fremde An dem mächtig-schmerzlichen Gefühl.

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