Skip to content
1813

Die Sirene

Ludwig Tieck

Auf Bergen nicht und nicht im Thal Wohnt Liebesglück, Von Thal und Bergen treibt die Qual Dich bald zurück,

Die Heimath weicht, die Ruhe flieht Wie Sehnsucht dich in ihre weiten sanften Kreise zieht. Sehnsucht hat ein Thor erbaut, Drinnen lacht das Lachen, schmachten

Süße Blicke, dir entgegen schaut Der Kuß, die Arme nach dir trachten; O komm zum Schloß, auf Bergen nicht und nicht im grünen Thal, O endlich, endlich komm zum trauten Kämmerlein einmal.

Rubinen glänzen in dem Saal, Dir winkt das Hochzeitbette, O küßt' ich dich ein einzigmal, O daß ich dich in Armen hätte,

Dir in die lieben Augen tief zu sehn, Und Kuß auf Kuß in Wollust zu vergehn.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die Sirene · Ludwig Tieck · Poetry Cove