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1813

Der Ueberlästige

Ludwig Tieck

Widerwärtiger, verhaßter Als stechende Fliegen und Ungeziefer Ist mir der unermüdliche Verwirrte Schwätzer,

Der fragend, belehrend, erzählend, Empfindsam und ohne Ursach lachend, Salzlose Geschichtchen erzählend, Oft sich mir an die Seite schiebt,

Und alle Krümmen des Weges Nach Tempel und Pallast Oder den heiligen Trümmern Mit Geschwätz mir mißt.

Langsam wandl' ich die Stadt hinunter, Da hör' ich hinter mir sein verdrüßlich Husten: O weh! keine Flucht, Kein Hausthor in der Nähe,

Keiner Kirche Asyl! Helft mir, ihr alten Jugendkünste, Durch die ich in frühen Jahren Wohl selbst die Freunde getäuscht!

Schon hat der Bösewicht, So wähnt er, die sichre Beute, Sich auf Stunden erjagt. Da hält ihm der Wandelnde,

Der sich mühsam aufrecht stellt, Ihn gerad anschauend Ein fremdes Gesicht Voll Falten und Runzeln,

Verschobenen Mundes, Schielenden Auges, Ernst und feierlich entgegen. Er stutzt und weicht zurück,

Er lüftet den Hut Und schreitet prüfend näher: Doch irr' und bethört Rennt er verwirrt

Dem Fremden vorüber, Nach andrer Beute spähend. Dank dir, du komische Muse, Die mir die Fratze bilden half,

Für Rettung und Hülfe.

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