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1813

Das Feuerwerk

Ludwig Tieck

Konntest du ahnden, Augustus, Weltbeherrscher, Daß ein spätes Geschlecht In deinem Grabmal

Den matten Stier hetzen könnte, Daß hier Hundegebell Und Jauchzen der Handwerker tönte? Heut brennt ein Feuerwerk

Im bunten Spiel, Ich schaue von oben In die lichtsprudelnde Thorheit hinab, Und höher hernieder

Scheint vom klaren Himmel Der goldne volle Mond. Ein türkisch Gezelt Mit vielen Lichtern,

Mit leichter Luft gefüllt, Steigt zum Beschluß langsam in die Höhe. Da schwebt das leuchtende Gespenst, Und wie ein sanftes Lüftchen

Vom Berg herüber weht, Schaukelt und schwankt das leichte Gewebe: Doch nun kühner, wendet es sich um, Und Funke erst dann Flamme

Zeigt sich verzehrend hell Und frißt den Scherz hinweg, Daß leuchtend nieder tropfen Die flimmenden, schnell erlöschenden Zunder.

Doch voll und glänzend steht die Mondesscheibe. So du, alte Kunst und Poesie, Wenn tausend flatternde Fünkchen Nach augenblicklichem Leuchten

Als Zunder in des Vergessens Reich eintauchen.

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