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1813

Civitella

Ludwig Tieck

Mit den Gefährten Gespräche wechselnd, Wandeln wir den steilen Pfad, Den wenig betretenen Hinauf zum einsamen Städtchen des Felsens.

Durch das enge Thor geschritten, Stehn wir auf der einzigen Gasse der Stadt, Und Kinder, die hier spielen, So wie ihr Blick uns trifft,

Rennen mit Geschrei in die Häuser Die sie schnell verriegeln. Die Eltern, aufgeschreckt, Schaun mit Mißtraun

Aus den kleinen zerbrochenen Fenstern, Und messen mit Argwohn Unsre Gestalten, Wollen nicht Antwort geben

Auf Frag' und Bitte, Als wären die Türken Ins Land gebrochen. Doch endlich ermuthigt sich

Ein starker, alter Mann, Er öffnet die Thür Und stellt uns hin die Bank und den Tisch, Giebt Wein und Brod,

Und dankt für Bezahlung. Wie wir uns erquicken Schaun aus der Ferne Jung und Alt

Dem Wunder zu, Kaum wagt ein dreistes Kind Heranzutreten, Geschenk zu empfahn, Doch wie es die Münze

Nur fühlt in der Hand, Rennt es zurück Und zeigt den Gespielen Die Gabe und zittert noch.

Im Abendlichte Wandeln wir zurück Den Empfang belächelnd. O du glückliche Einsamkeit,

Würdet ihr nie von müssigen Fremden, Ihr stillen Bewohner, Eurer Scheu entwöhnt.

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