Skip to content
1894

Verwandlung

Ludwig Thoma

Und als der Krieg die Männer fraß, Gab's wen, der hinterm Ofen saß Verzagt in seinem Häuschen: – Zar Nikoläuschen.

Der Friede kam nun in die Welt. Da geht als wie ein rechter Held, Aus seinem Kämmerchen heraus: – Zar Nikolaus.

Die Flotte hin, kaputt das Heer, Und Petersburg sah ihn nicht mehr. Es war in seinem Häuschen: – Zar Nikoläuschen.

Auf Regen folgte Sonnenschein, Jetzt ist die Hose wieder rein, Es flicht sich einen Lorbeerstrauß: – Zar Nikolaus.

Die Schande ward zum hohen Ruhm, Die Feigheit ward ein Heldentum, Ein Löwe ward das Mäuschen: – Zar Nikoläuschen.

Er wird nun wieder – etwas spät – Der Führer, Kriegsherr, Majestät, Hält Reden und teilt Orden aus. O Nikolaus!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Verwandlung · Ludwig Thoma · Poetry Cove