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1894

Naturgeschichtliches Alphabet

Ludwig Thoma

A Der Abend kommt am Tagesschluß, In Afrika gibts viel Verdruß. B Was in Berlin so vor sich geht, Erfährt der Bülow manchmal spät.

C Den Cognac trinkt man gerne vieux, Den Caro beißen viele Flöh'. D Des David Sohn hieß Absalon, Der Dernburg wird jetzt auch bald „von“.

E Die Elstern haben bunte Schwänz', Im Alter wird man Exzellenz. F Die Fürsten sieht man nur von ferne, Furunkeln hat man auch nicht gerne.

G Die Gnade ist um Geld nicht feil, Auch Greise sind mitunter geil. H Der Himmel ist der Menschheit Ziel, Der Hase rammelt ziemlich viel.

I Das Indigo ist blau, nicht rot, Der Ibsen ist jetzt auch schon tot. K Der Kranke wird sehr oft klistiert, Der Kaiser hat den Kleist zitiert.

L Man wird leicht stolz als Leutenant, Die Laus stammt wohl aus Griechenland. M In Montenegro wird gestohlen, Die meisten Sachsen sind Mongolen.

N Wer länger ohne Nahrung ist, Wird ganz von selber Nihilist O O-Beine niemand leiden kann, Der Orterer ist ein schöner Mann.

P Der alte Pfaffe wird ein Probst, Der Pferdeapfel ist kein Obst. Q Es gibt viel Quallen in der See, Viel Quasselfritzen an der Spree.

R Der Reiher speit mitunter sehr, Von Roeren hört man gar nichts mehr. S In Singapore sind wir fremd, Der Serbe wechselt nie das Hemd.

T Der Tod ist dieses Lebens Ende, Die Taube kackt auf Monumente. U Man lasse doch den Unfug bleiben, Mit seinen Fürsten Ulk zu treiben.

V Vampire sind gemeine Biester, Die Venus hat noch heute Priester. W Die Wade ist ein Teil des Leibes, Und oft die Zierde eines Weibes.

XY sind sehr verzwickt, Auch Busch hat sich darum gedrückt. Z Der Zar fühlt sich in seinem Saal So bänglich wie ein Zitteraal.

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