Skip to content
1894

Fortschritt

Ludwig Thoma

Wenn sich unsres Vaters Vater Innerlich erquicken wollte, Las er seinen Friedrich Schiller: Wie er den Tyrannen grollte.

Wie er recht aus treuem Herzen Für die Freiheit alles wagte Und nach guter Schwabensitte Seine Meinung gründlich sagte.

Und je derber, und je gröber, Desto mehr erfreut's den Alten. Damals hat man auf des Tones Feinheit nicht so viel gehalten.

Für den Thron erglühten damals Nicht so heilig die Gemüter, Und des Herrschers Launen galten Noch nicht als die höchsten Güter.

Fußgetret'ne stille Demut Scheint den Enkeln erst geboten, Und die Herren Staatsanwälte Züchten gute Patrioten.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Fortschritt · Ludwig Thoma · Poetry Cove