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1894

Christmette in Frankreich

Ludwig Thoma

Du stille Nacht, Wie hast du Freude uns gebracht! Wie war die fremde Kirche nicht Mit einemmal so hell und licht!

Wie dehnte sich der Raum so weit! Da lag in seiner Herrlichkeit Das Vaterland. Nicht wie es sonst vor Augen stand,

Ach, nur davon ein kleines Stück, In dem sich uns das Erdenglück Zusammendrängt. Ein stilles Haus Im Heimatdorf. Es dringt heraus

Ein freundlich warmer Lichterschein. Sie müssen wach zur Stunde sein Und rüsten sich zum Kirchengang Den tief verschneiten Weg entlang.

Wie man so neben ihnen geht, In fernster Ferne noch versteht, Was einer leis zum andern sagt Und still nur mit den Augen fragt ...

Die Orgel schweigt. Das Lied ist aus, Versunken sind nun Dorf und Haus, Versunken, was am Heiligen Christ So heimatlich gewesen ist.

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