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83. Wachet und betet!

Gerhard Tersteegen

Berufne Seelen, schlafet nicht, Zur Ewigkeit steht aufgericht't! Wir wandeln nur im Schatten hier; Was träumen wir

Und zärteln unser träges Tier? Legt ab die Last und was euch hält, Lust, Gunst und Umgang dieser Welt, Geht aus Natur und Eigenheit,

Seid stets bereit, Der Bräut'gam kommt, er ist nicht weit! Auf, laßt uns ihm entgegengehn Und, was hier stehet, lassen stehn,

Nehmt seinen Ruf im Geiste wahr! Hier wird er gar Den reinen Herzen offenbar. Bleibt eingekehrt, da man's geneußt,

Und betet immerdar im Geist, Daß man euch Zeit und Kraft nicht stehl'; Ach, sammelt Öl Jetzt, jetzt, damit euch's dann nicht fehl'!

Nun, ganz für Gott! Dort gilt kein Schein; Herr, flöß uns Öl der Liebe ein Zu unsres Lebens Treibgewicht Und Seelenlicht,

Das auch im Tod verlösche nicht! O Jesu, weck uns selber auf, Zum innigmuntern Pilgerlauf, Hilf wachen, beten, sterben nun

Und nirgend ruhn, Bis du uns findest also tun!

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