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1733

47. Die Kinderschule

Gerhard Tersteegen

Wo ist die Schule denn auf Erden, Da große Männer Kinder werden Und kleine Kinder heißen groß? Wo ist die Schule, da man liebet,

Da man sein All's zum Schulgeld giebet, Da man zur Schul' geht arm und bloß? Wo lern' ich's, daß ich all's verlerne Und mich von mir und all'm entferne,

Da Ein Kind Einen Meister hört Ja, Eins nur hört und Eins nur übet, Da Eine sich dem Einen giebet, Da man uns gibt, was man uns lehrt?

Da man uns lehrt, nur immer geben, In allem ohne Leben leben, In allem leiden ohne Leid, In allem folgen ohne Fragen,

Auf alle Fragen Ja zu sagen, Zu allen Proben stehn bereit? Wo lernet man das tiefe Schweigen, Beschaun, Anbeten und Sichbeugen

In stiller, reiner Liebesbrunst? Wo lernet man Gott bloß umfassen, Das Nichtstun und das Überlassen, Wo lernet man die Kinderkunst?

Wo ist die Schule doch zu finden, Der Ort, da Ort und Zeit verschwinden, Weil nur ein stetig's Nun da gilt? Still, Seele, laß dein Sorg'n und Fragen!

Gott will dir's selbst gern geb'n und sagen Im Seelengrund, wenn er dich stillt.

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