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1733

33.

Gerhard Tersteegen

Den Spiegel lassen wir, mein Gott, mein Lieb', nur dar, Ich spiegle mich in deiner Klarheit, Ich will nur dich sehn, höchste Wahrheit, Mich selbst vergessen und ohn' Rückblick leben gar.

Daß ich mich selbst noch find', ist unerträglich mir, Ich will sehn meinen Gott alleine; Du, den ich lieb', anbet' und meine, Ei, warum bin ich noch, warum find' ich mich hier?

Vernichtige du mich, leb in dir selbst allein, Man finde mich nicht mehr, dich müsse man nur sehen! Soll, großer Gott, die Lieb' im höchsten Grade stehen, Dann muß man sie verliern; was kann wohl süßer sein!

Sich selbst sehn, sich beschaun und, daß man dich liebt, schätzen, Ist Selbstbetrug und nimmer wahr; Man muß sich selbst vergessen gar, Sonst will man ohne Grund sich selber nur beschwätzen.

Ein Selbstliebhaber spricht, er liebe meinen Meister, Ich glaub's nicht, wär' er auch noch dreister; Liebst du ihn, zeige deine Treu, Daß er dein Gut allein und ganze Stütze sei!

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